Aller guten Dinge sind drei - und so schicken sich die Mannen von RING OF FIRE an, mit "Lapse Of Reality" ihr nunmehr drittes Studioalbum unter's Volk zu bringen. Um die Wartezeit seit dem letzten Album "Dreamtower" ein wenig zu verkürzen, hatte die Band um Ausnahmegitarrist Tony MacAlpine 2003 das Live-Album "Burning Live In Tokyo" veröffentlicht, was zwar technisch brillante Instrumentalisten präsentierte, jedoch ein wenig unter zu ausufernden Soli und einem stimmlich etwas wackeligen Mark Boals (Ex-MALMSTEEN) am Mikro litt - einen Besetzungswechsel später (Steve Weingart hat Keyboarder Vitalij Kuprij abgelöst) befindet sich die Band laut Plattenfirma auf ihrem kreativen Höhepunkt und liefert mit "Lapse Of Reality" eine (Zitat) "himmlische Performance" ab - nun denn:

Na so was, schon wieder ein Newcomer im "Melodic Rock"-Bereich... Der junge Mann, der auf den Promo-Fotos so brav und unschuldig strahlt, als müsste er direkt Horden an Schwiegermüttern umgarnen ist Paul Bonrud - und der legt mit seinem selbstbetitelten Debütalbum "Bonrud" ein Album in einer Stilrichtung vor, in der sich derzeit geringfügig mehr als eine Handvoll Musiker tummelt. Kein leichter Stand für den Multi-Instrumentalisten, der eigentlich ein sprichwörtliches Solo-Album abliefert - neben Gitarre, Bass und Keyboards übernimmt er einige Gesangsparts und die Percussions - und hat das Ganze auch noch selber produziert... aber schlussendlich hat er sich an den Drums doch noch eines "Hauptberuflichen" in Person von Paul Higgins bedient - und die Lead Vocals übernimmt der bislang eher unbekannte, aber durchaus hochwertige Dave Hendricks.

Dass Schweden eine – für die relativ geringe Einwohnerzahl – erstaunlich hohe Anzahl an qualitativ hochwertigen Metal-Bands rausgebracht hat, dürfte den meisten Metalheads nicht entgangen sein. Und wenn schwedische Combos mal nicht gerade ein neues Genre oder Sub-Genre, gerade im extremen Metal-Bereich, erfinden, greifen sie schon mal bereits existierende und oftmals ein wenig angestaubte Stilrichtungen, bevorzugt im klassischen Metal-Bereich, auf, verfeinern sie und machen sie auch für die aktuelle Szene wieder salonfähig. Dieser These folgend könnte man HAMMERFALL beispielsweise durchaus als die schwedischen HELLOWEEN bezeichnen, HYPNOSIA (RIP) als die schwedischen KREATOR und WOLF als die schwedischen alten IRON MAIDEN. Welchen Stempel man diesbezüglich PERSUADER aufdrücken könnte, wird schon nach kurzem Hinhören relativ klar.

Vor mir liegt nun eine Promo CD von Orkus mit jeweils zwei Songs von Erstlingswerk "Thorns" und der aktuellen CD "Worms Of Tomorrow". Da wir schon ein Review zu dem Album "Thorns" haben, gehe ich jetzt nur auf die zwei Songs vom aktuellen Album ein.

Der Mann kann es nicht lassen - wo hat Glenn Hughes nicht schon überall seine Finger - oder seine Stimmbänder - im Spiel gehabt… bei DEEP PURPLE (damals sicher nicht ganz unschuldig am Weggang von Gitarrengott Blackmore), Gaststpiele bei BLACK SABBATH und GARY MOORE bis hin zu MÖTLEY CRÜE. Nicht zu vergessen die Anfänge mit TRAPEZE, wo er unter anderem mit dem späteren JUDAS PRIEST-Drummer Dave Holland spielte.
Und zwischen seinen mittlerweile regelmäßig veröffentlichten Soloalben - zuletzt das gelungene "Songs In The Key Of Rock" aus 2003 - lädt er mal eben eine Schar handverlesener Freunde in seine Heimatstadt ein und spielt eine Liveshow in besonderer Atmosphäre.
So geschehen am 11. Januar 2004 - und natürlich wurde das Ganze direkt mitgeschnitten und nun als Doppel-CD, bzw. DVD "Soulfully Live In The City Of Angels" verwertet.
Hughes - "The Voice Of Rock" - umgibt sich selbstverständlich nur mit adäquaten Musikern, so sind beispielsweise RED HOT CHILI PEPPERS-Drummer Chad Smith oder Ex-QUIET RIOT Sänger Kevin DuBrow als Backing Vocalist mit von der Partie.

Nach und nach kommen in den letzten Jahren immer mehr gute Bands aus Irland zum Vorschein. Mit SCAVENGER ist eine weitere Band bereits aus den Startlöchern gekommen, denn ein erstes Lebenszeichen gab es 2002 mit einem Demo. Sentinel Records wurden auf die Band aufmerksam und dort erscheint nun das erste Album, welches auf den Titel "Madness To Our Method" hört.

Die schwedischen Death Metal Veteranen haben sich mal wieder im hauseigenen Abyss-Studio verschanzt um ein neues Machwerk zu fabrizieren. Immerhin ist "The Arrival" schon das neunte Album des Trios um Peter Tägtgren. Meine Hoffnung, die Jungs würden endlich mal wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren und uns Nackenbrecher a la "Penetralia" oder "Osculum Obscenum" um die Ohren hauen, sinkt dabei mehr und mehr.
Immerhin ist die atmosphärische und melodische Musik, die HYPOCRISY seit dem dritten Album "The Fourth Dimension" fabrizieren, im Grunde gar nicht schlecht, und jede Platte klingt seitdem im Zuge eines ständigen Prozesses der musikalischen Weiterentwicklung etwas anders. Diese hier auch, jedoch ist sie meiner Meinung nach bedeutend schwächer als "Catch 22", ihrem genialen Vorgänger.

Bereits vor gut 4 Jahren wurde die Band MEDUSA'S CHILD gegründet. Nach der 2-Track Demo CD "Awake" und der Maxi CD "Blue Roses" legen die Thüringer nun via STF-Records ihr erstes Album vor. Mir war die Band bis dahin unbekannt, aber die Info vom Label ließt sich ganz interessant. U.a. ist dort von "treibenden Powerriffs" und "treibenden Drums" die Rede. Na dann mal los...

Bereits 1992 wurde die Band ANTIFREEZE gegründet und sogar zwei Demo Tapes wurden veröffentlicht. Im Jahr 1995 löste sich die Band aber wieder auf, um dann 5 Jahre später einen neuen Anlauf zu starten. Mit "Into The Silence" veröffentlicht die Band jetzt in Eigenregie ihre erste CD.

RUNAMOK sind alles andere als echte Newcomer die sich gerade der Pubertät entsprungen an einem Album versuchen. Denn nach "Make My Day" ist "Back For Revenge" bereits das zweite Album und außerdem sind die Burschen schon länger bei diversen anderen Bands aktiv, wie z.B. Sänger und Gitarrist Fabian bei STORMWITCH oder Gitarrist Oli bei TYRAN PACE.
Bei den Süddeutschen geht alles eher in Richtung der alten Schule, genauer gesagt alles grob in die Richtung Speed Metal und in diesem Genre kann man noch nicht von einem Überangebot an guten Bands sprechen.

Ex-POISON und Ex-MR. BIG-Klampfer Richie Kotzen - der Amerikaner mit dem für deutsche Ohren doch eher merkwürdigen Nachnamen - ist wahrlich kein Mann der Muße - mittlerweile veröffentlicht er im Jahresrhythmus Soloalben - 2002 "Slow", 2003 "Change" - und nun hat der Flitzefinger die nächste Langrille am Start: "Get Up" - als sei es der Aufruf an die Fans, es ihm gleichzutun und keine Verschnaufpause einzulegen und fleißig in die CD-Läden zu gehen.

Der Mann hinter FROM THE INSIDE ist Sänger Danny Vaughn - schon seit gut zehn Jahren mit diversen Bands aktiv, ist ihm bislang der große Bekanntheitsgrad verwehrt geblieben - zumal die Melodic-Rocker von TYKETTO damals sicher ein wenig unterbewertet waren. 1995 war für Vaughn bei TYKETTO aber auch bereits wieder Schluss (er wurde da übrigens von Steve Augeri ersetzt, der nun bei JOURNEY am Mikro steht).
Der Versuch einer TYKETTO-Reunion brachte 2000 & 2001 zwar zwei weitere gelungene Alben hervor, verpasste aber irgendwie erneut den überragenden Fanzuspruch.
Frontiers Records hat es sich trotzdem nicht nehmen lassen, letztes Jahr bei Danny anzuklopfen und mit FROM THE INSIDE ein neues Projekt einzutüten, bei dem der Gute seine herausragenden Qualitäten als "one of the hottest vocalist[s] in melodic rock" ausleben darf.
Es erstaunt wenig, dass sich die übrige Besetzung aus der Frontiers Records Haus- und Hofmannschaft wie z. B. Gitarrist JM Scattolin oder Produzent & Keyboarder Fabrizio Grossi (u. a. VERTIGO, PERFECT WORLD) zusammensetzt.

Manch ein Musiker wäre bis an das Ende seiner Tage glückselig, wenn er zumindest ein Album veröffentlichen könnte, von dem die Welt noch Jahrzehnte später ehrfurchtsvoll als "Meisterwerk" sprechen würde. Ronnie James Dio hat solche Alben gleich reihenweise abgeliefert - sei es in den Siebzigern mit RAINBOW oder in den frühen Achtzigern zunächst mit BLACK SABBATH und danach auf Solopfaden unter eigener Flagge namens DIO.
Zugegebenermaßen - mit "Holy Diver" und "The Last In Line" liegen die letzten Überhämmer schon beachtliche 20 Jahre zurück - aber dass Dio sein Handwerk immer noch versteht und auch im mittlerweile gesetzten Alter jenseits der 60 noch über eine hervorragende Stimmgewalt verfügt, hat er auch seitdem weiterhin immer wieder eindrucksvoll bewiesen - zuletzt 2002 mit dem Studiooutput "Killing The Dragon".
Abgesehen von Ex-AC/DC-Drummer Simon Wright, der immerhin schon seit 14 Jahren dabei ist, wechselt der Meister mit steter Regelmäßigkeit seine Musiker aus - mit im Boot ist diesmal wieder ein alter Bekannter namens Craig Goldy, der bereits mehrere Gastspiele bei DIO hatte und schon Ende der Achtziger an der Gitarre mithelfen durfte.

Kein Jahr ist es her, dass die Spanier MÄGO DE OZ ihr geniales Werk "Gaia" in die Regale der Plattenläden gestellt haben - da gibt es schon wieder neues Material.
"Belfast" heißt das zwölf Tracks und eine gute Stunde Spielzeit umfassende Stück - und ist mitnichten das nächste "reguläre" Album, da arbeiten Drummer Txus & Co. nämlich noch fleissig dran.
Vielmehr wirft man hier bisher unveröffentlichte Songs, neu aufgenommene/abgemischte Versionen eigener Titel sowie einige Cover-Versionen auf den Markt - ein wenig vergleichbar mit dem, was STEEL PROPHET 2000 mit "Genesis" gemacht haben.
Das Ganze kommt in einem aufwändig gestalteten Digibook daher - allerdings ist das Cover für MÄGO DE OZ-Verhältnisse erstaunlich farbarm und düster geraten.

Dass Brasilien neben Caipirinha, Zuckerhut und Traumstränden auch musikalisch etwas zu bieten hat, ist spätestens seit ANGRA der Metalfraktion bekannt. Mit ihrem Erstlingswerk "Eyes Of Soul" versuchen sich nun die Newcomer EYES OF SHIVA daran, mit ihrer (O-Ton Plattenfirma:) "Mischung aus True & Progressive Metal" ebenfalls international Bedeutung zu erlangen.
Dazu haben sich die Bandgründer Renato Mendes und Ricardo Gil (beide Gitarre) professionelle Hilfe gesichert - produziert wurde das Debüt von Fabio Laguna (Keyboarder bei ANGRA) und gemixt von Dennis Ward (PINK CREAM 69).

Jeff Scott Soto ist bekannt geworden als Sänger in den Bands von großen Gitarristen - zu Anfang mit Yngwie Malmsteen bei TALISMAN, in den Neunzigern mit Axel Rudi Pell - und dort hat er bereits bewiesen, welche Energie und welches Können in seiner Stimme steckt. Manche sprechen gar davon, Jeff sei der Sänger, den sich jede Band wünscht - er könne einfach alles singen. Fakt ist auf jeden Fall, dass der Mann über eine beeindruckende Stimme im Bereich des Melodic (Hard) Rock verfügt und sich seit dem Split mit Pell langsam aber sicher auch auf Solopfaden einen Namen macht. Die Unterstützung, die er dabei erhält, kann sich durchaus sehen lassen - so hat auf dem aktuellen Release "Lost In The Translation" kein Geringerer als JOURNEY-Mastermind Neal Schon beim Komponieren geholfen und auch im Studio zur Gitarre gegriffen.
Das Ergebnis in Form eines knappen Dutzend intensiver Songs kann sich - um das Fazit mal vorweg zu nehmen - wirklich gut hören lassen - allen voran der Opener "Believe In Me" (der auch als Single ausgekoppelt wird), der direkt Bestnoten abräumt.

Etwas komisch ist die Entstehungsgeschichte von INCAPACITY schon, denn vor nicht allzu langer Zeit gab der Boss des schwedischen Underground-Labels Cold Records einem seiner Musiker den Auftrag, eine "All-Star"-Death Metal-Band zu gründen. So schlossen sich dann kurzentschlossen drei Musiker der hierzulande eher unbekannten Melodic-Deather SOLAR SUN mit dem ex-PAN-THY-MONIUM-Gitarrero Robert Ivarsson sowie Grunzer Andreas "Dread" Axelsson, dem ersten MARDUK-Sänger und wohl vor allem als EDGE OF SANITY-Gitarrist bekannt, zusammen. Und das relativ erfolgreich, denn bereits mit dem letztjährigen Debüt "Chaos Complete" konnte ein Deal mit dem Metal Blade-Label an Land gezogen werden.

Von der Spielzeit her ist die neue Scheibe der nach den mighty SLAPSHOT angesagtesten Bostoner HC-Combo BLOOD FOR BLOOD ja eine Frechheit. Was musikalisch in der knappen Viertelstunde geboten wird, kann sich dafür aber größtenteils sehen (bzw. hören) lassen.
Zieht man Intro und Outro ab bleiben unter dem Strich sieben moderne und fett produzierte HC-Kracher, die direkt in die Fresse hauen. Dazu gibt es vernünftige Texte, wodurch die Sache abgerundet wird.

PATH OF GOLCONDA gehören definitiv zu den besseren Death Metal Bands im Ruhrgebiet. Nun legen die Oberhausener mit "Destination:Downfall" ein neues Machwerk vor. Mal sehen, bzw. hören ob dieses Machwerk auch ein Meisterwerk geworden ist und ob mit diesem Nachfolger zum guten "Demonheart..." sogar ein Sprung nach vorne gelungen ist.

ESCAPE FROM INSANITY sind noch reichlich unbekannt. Bekanntestes Mitglied ist wohl Mitbegründer Markus Pöppinghaus sein, den einige noch von der Grindcore Band MANSTRACTOR kennen dürften. Nun haben ESCAPE FROM INSANITY aber rein gar nichts mit Grind am Hut. Stilistisch geht die ganze Sache eher in die traditionelle Heavy Metal Richtung mit gelegentlichen Power Metal Ausflügen. Erste Gehversuche wurden Ende 2002 gemacht und nun liegt mit "Demo #1" eine .. äääh .... erste Demo CD vor.


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