kamelot whereireignZu Beginn verlief die Karriere der US-Metaller alles andere als erfolgreich, zumal man mit dem traditionellen Material nicht den Nerv der Zeit traf. Eine Europatour sollte da Abhilfe schaffen, doch die wollten ein paar Mitstreiter nicht mitmachen, weswegen sie aus dem Vorprogramm von VIRGIN STEELE flogen. Es ist vor allem dem Glauben der Plattenfirma an die Band zu verdanken, dass sie sich mittlerweile zu einer der führenden Acts entwickelt haben. Nachdem bei Noise mit CONCEPTION ein vielversprechender Act weggebrochen ist, heuerte deren Sänger Roy S. Khan bei KAMELOT an. Mit dem ging es dann für die endlich aufwärts, während sich viele Acts, denen man die Rettung des klassischen Metal zutraute, nicht durchsetzen konnten, waren es ausgerechnet die Tampa-Jungs, die zu Beginn des Jahrtausends auf der Power Metalwelle ganz oben mitschwammen. Im Zuge der Wiederveröffentlichung des Noise-Kataloges gibt es nun erstmal eine Zusammenstellung mit dem Titel "Where I Reign-Very Best Of The Noise Years 1995-2003".

Für diese Compilation gibt es vor allem zwei Attribute, unspektakulär auf der einen, üppig auf der anderen Seite. Da ist nichts, was auf den zwei Silberlingen drauf wäre, dass der konsequente Sammler nicht schon längst zuhause stehen hätte. Aber hier gibt es einen Querschnitt in geballter Ladung, denn die beiden Scheiben sind vollgestopft mit Material. So manches Studiowerk ist fast bis zur Hälfte darauf vertreten, von jedem gibt es mindestens drei Stücke. Die Songreihenfolge ist durchweg chronologisch, so dass man die musikalische Entwicklung der Band nachvollziehen kann.

War der erste Longplayer „Eternity“ noch stark im epischen, leicht kauzigen US-Metal der Achtzigerprägung verhaftet, so fiel schon „Dominion“ wuchtiger aus. Der Anteil an David Pavlickos Keyboards und der Melodien wurden deutlich erhöht. Obwohl Roy Khan bei „Siege Perilous“ keinen kompositorischen Einfluss hatte, klang das Album am ehesten nach seinem alten Betätigungsfeld. Der damalige Aufstieg von DREAM THEATER hinterließ auch hier seine Spuren.
Für die Aufnahmen zu „The Fourth Legacy“ siedelte man nach Wolfsburg über, was dem ganzen einen nicht zu überhörenden europäischen Anstrich verpasste. Schneller, direkter mit mehr Chören waren Einflüsse von Bands wie HELLOWEEN nicht zu verhehlen. „Karma“ schlug in eine ähnliche Kerbe, fiel aber vielschichtiger und anspruchsvoller aus. Dies wurde auf dem bombastischen „Epica“ noch gesteigert, welches mit Orchestermomenten aufwartete und den Auftakt einer zweiteiligen Konzeptstory bildete.

Der zweite Part erschien allerdings bei SPV, bei denen KAMELOT kommerziell zwar zulegen konnten, aber nie mehr an die Klasse der ersten sechs Scheiben anknüpfen konnten. Mit „Where I Reign“ bekommt diese Phase ein würdige Huldigung, auch wenn man bei der Tracklist das ein oder andere diskutieren kann. So hatte ich mit dem Auftakt von „Dominion“ immer so meine Probleme, hier gibt es gleicht die ersten drei Songs. Meiner Meinung nach kommt das Album erst danach in Fahrt, wobei von den stärksten Stücken nur „We Are Not Seperate“ hier zu finden ist. Dies allerdings in der Version der Livescheibe „The Expedition“, von der es auch die Bonusnummer „We Three Kings“ gibt.

Bei der Auswahl von „Siege Perilous“ vermisse ich vor allem den großartigen Opener „Providence“, während ich von „The Fourth Legacy“ noch gerne das melancholische „Shadows Of Uther“ gehabt hätte. Über all das kann man sicher streiten, nicht aber über das Fehlen von „Forever“. Der Eröffnungstrack von „Karma“ ist bis heute fester Bestandteil des Livesets und ein Klassiker der Bandgeschichte. Somit ist diese Best Of nicht ganz vollständig, bietet Neueinsteigern aber einen guten Überblick über das Schaffen von Thomas Youngblood und seinen Mitstreitern. Fans werden keine neuen Aspekte entdecken können. (Pfälzer)


Bewertung:

Pfaelzer0,0 - / -


Anzahl der Songs: 26
Spielzeit: 117:13 min
Label: BMG/Sanctuary/Rough Trade
Veröffentlichungstermin: 13.05.2016

 

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