illuminata wherestoriesunfoldEines vorweg. Auch wenn „Where Stories Unfold" tatsächlich nicht das ganz große Hollywoodkino ist, so wie es die Band selber und vermutlich auch viele (un)objektive Beobachter sehen werden, ist das dritte vollwertige Studioalbum der österreichischen Band ILLUMINATA ein Werk, welches beeindruckt und Maßstäbe setzt. Im Grunde genommen kann man „Where Stories Unfold" jeder Popelband, die vorgibt, dass man es nicht besser machen konnte, „weil man Underground ist", „weil man kein Label hat", „weil die Kohle fehlte" (und so weiter und so fort), unter die Nase halten und zeigen, „selber Schuld, andere können es"!

Als Band, die bislang kaum in Erscheinung getreten ist, in mehrjähriger Arbeit ein „Soundtrack trifft Metal" Album auf die Beine zu stellen, das perfekt produziert ist, ja man muss es so deutlich sagen, in der gleichen Kategorie wie NIGHTWISH angesiedelt werden kann, verdient großen Respekt. Die fünfköpfige Band aus Graz zieht hier alle Register, das fängt beim Cover an, geht über das tolle Booklet und die hochprofessionellen Fotos und man leistet sich als Highlight sogar das 60-köpfige „Czech Film Orchestra", das nicht nur ein bisschen im Hintergrund „täterä" macht, sondern eine tragende Rolle im gesamten Konzept einnimmt.

Das alles war sicherlich nicht „billig", dafür kann die Band behaupten, dass „Where Stories Unfold" in sich komplett stimmig und ehrlich ist, ja in vielerlei Hinsicht nicht nur einfach ein Album, sondern ein Kunstwerk ist. Die ganze Sache hat nur einen nicht zu unterschätzenden Haken, sozusagen der Kern des Pudels. Die Band hat es teilweise verpasst griffige, gute, geile, geniale Songs zu schreiben.
„Where Stories Unfold" ist ein Album, das in die „tausend Mal berührt, tausend Ma ist nix passiert" Kategorie gehört. Damit will ich sagen, dass hier einiges fehlt, was beispielsweise NIGHTWISH oder auch EPICA mit einer ähnlichen opulenten Ausrichtung haben, was wiederum beweist, was für ein Genie dieser Tuomas Holopainen eigentlich ist. Nachvollziehbare Songs mit mitreißenden Refrains. Von diesen findet man unter den zehn Stücken, davon zwei Longtracks mit zehn Minuten Spielzeit („The Brass Ring", „The World Constructor") nur wenige. Auf „Where Stories Unfold" wechseln sich stetig gute Parts mit weniger guten ab, alles wirkt etwas zu wild, es geht wie auf einer Achterbahn hin und her und hoch und runter, man lässt leider viel zu selten eine Idee sich vollends entfalten. Zudem verfügt die Hauptsängerin der Band Katarzyna Nieniewska nicht gerade über das Talent, einfache Gesangslinien zu singen, was nicht bedeuten soll, dass sie eine schlechte Sängerin ist.

Ich vermisse nur eben auf diesem Album ein paar Songs, die einfach nur ein Thema haben, und nicht mindestens drei gleichzeitig oder anders gesagt, zumindest eine schnörkellose Ballade ohne Bombastoverkill wäre doch bestimmt drin gewesen? Das schöne „Entwined" kann diesbezüglich zumindest halbwegs versöhnen. Dieser Wirrwarr funktioniert bei dem wahnwitzig konzipierten „Arbitrary Asylum" oder dem Albumabschluss „The World Constructor" ganz gut, aber wie bereits mehrfach gesagt nicht über die kompletten 60 Minuten. Und das sollte der Maßstab sein, wenn es darum geht, ob es eine Band verdient hat mit neun oder mehr Punkten abgefeiert zu werden.

Das ist besonders tragisch, weil eben so verdammt viel Herzblut in dem gesamten Projekt steckt, aber wenn es um die Beurteilung von Musik geht, ist das schlüssige Songwriting immer noch einer der Hauptgesichtspunkte und hier bieten ILLUMINATA berechtigte Anlass zur Kritik. Dafür punktet die „Cinematic Metal" Band mit Emotionen, Leidenschaft und einer preisverdächtigen Produktion. (Maik)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 62:04 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 23.01.2015

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