empyrium theturnofthetidesWohl nur wenige Alben wurden dieses Jahr so heiß erwartet wie das EMPYRIUM-Comeback “The Turn Of The Tides”. Etliche Male wurde der Release-Termin verschoben und am Ende fragte sich der geneigte Fan, ob er das neue Album überhaupt jemals zu Gehör bekommen würde. Aber nun ist es endlich tatsächlich da. Und das lange Warten hat sich absolut gelohnt!

Zum Konzept und den einzelnen Stücken der Platte habe ich mich bereits in meinem Bericht zur Pre-Listening Session letzten November ausführlich geäußert, so dass ich mich an dieser Stelle  kurz fassen kann: Wer EMPYRIUM früher schon mochte, wird auch dieses Album mögen. Wer mit ihnen früher schon nichts anfangen konnte, wird auch bei “The Turn Of The Tides” keine Erleuchtung erleben.

Im Vergleich zum Neofolk des letzten Albums “Weiland” aus dem Jahre 2002  haben sich Instrumentierung und Stil sehr stark geändert. Deutlich voller, bombastischer und Post-Black Metal-lastiger als in der Vergangenheit quillt die Musik aus den Boxen - und dennoch sind das ganz unverkennbar EMPYRIUM. Das hört man spätestens bei den EMPYRIUM-typischen Akkordfolgen bei “In The Gutter of This Spring” oder Helms unverwechselbarer Stimme.

Die Band ist sich also selbst treu geblieben. Aber das bedeutet auch, dazu zu stehen, dass sie heute nicht mehr die gleichen Menschen sind wie vor zwölf Jahren und deshalb auch nicht mehr die gleiche Musik machen können und wollen. Alles ist im Fluss, alles verändert sich, das ist die Grundaussage von “The Turn Of The Tides”. Das gilt auch für die Band selbst. Und wie der Fluss, der sich zwar permanent ändert doch immer der selbe Fluss bleibt, so sind auch EMPYRIUM dieselben geblieben, wenn sich auch der musikalische Ausdruck verändert hat.

Das Einzige, was mir bei “The Turn Of The Tides” fehlt, sind ein paar mehr Ecken und Kanten. Die gibt es zwar durchaus (man höre “Dead Winter Ways”) und sie bewahren das Album vor dem Abrutschen in den Kitsch - insgesamt klingt mir das alles aber trotzdem einen Tick zu zahm. Trotzdem dreht sich das Album seit ich es habe so gut wie jeden Tag in meinem CD-Player. Unterm Strich also eine klare Empfehlung. Insbesondere ALCEST-Fans dürften hier ihre Freude haben.

Neben der normalen Digipak-Ausgabe erscheint “The Turn Of The Tides” auch in limitierter Auflage als Hardcover-Buch im Format 18x18 cm mit Linernotes und zusätzlichem Artwork. (Jan)


Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 7
Spielzeit: 43:33 min
Label: Prophecy Productions
Veröffentlichungstermin: 18.07.2014

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Denniss Avatar
Dennis antwortete auf das Thema: #14276 3 Jahre 11 Monate her
Sehr schönes Review. Thumbs up!
Jannicks Avatar
Jannick antwortete auf das Thema: #14274 3 Jahre 11 Monate her
Da bin ich völlig Deiner Meinung, wobei dieses Album bei mir etwas weniger glimpflich davongekommen wäre. Hier liegt definitiv ein insgesamt großartiges Album vor. Dennoch fehlt da irgendwie schlicht und einfach die zeitlose Erhabenheit, die charakteristisch für die früheren Werke war, und durch den massiven Post-Einschlag verloren geht. Auch war die originäre Mischung von Neofolk und Black Metal auf früheren Alben virtuos und ergreifend, während sie auf "Turn Of The Tides" irgendwie banal wirkt.
Insgesamt nimmt mich dieses Album einfach weniger mit, obwohl es ohne Zweifel handwerklich das beste ist.

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