Voodoocircle_brokenheartsyndromeSupergroups scheinen im Moment einen Boom zu erleben wie seit Ende der Achtziger nicht mehr. Überhaupt erinnert viel an der heutigen Szene an die späten Achtziger, das tut hier aber nichts zur Sache. Hierzulande machten sich vor allem VOODOO CIRCLE in den letzten Jahren einen Namen. Diese wurden von dem SILENT FORCE/SINNER-Axtschwinger Aley Beyrodt aus der Taufe gehoben, um seiner Vorliebe für traditionellen Heavyrock zu frönen.
Ihm zur Seite stehen das SINNER-Oberhaupt Mat Sinner, der auch bei PRIMAL FEAR tätig ist sowie der PINK CREAM 69-Shouter David Readman. Beim viel gelobten, schlicht selbstbetitelten Debüt verstärkten der Studio-Keyboarder Jimmy Kresic sowie der mit seiner Arbeit mit SIMPLE MINDS etwas aus dem Rahmen fallende Schlagwerker Mel Gaynor den kreativen Kern. Dass das Ganze nicht als einmaliges Projekt gedacht war ging man nachdem in den letzten zwei Jahren die Hauptaufgaben Priorität hatten erneut ins Studio, um das Zweitwerk „Broken Heart Syndrome" einzuspielen.

Schon beim Blick auf das in warmen Farben gezeichnete Cover und dem Songtitel des Openers wird klar, dass sich die musikalischen Direktiven ein wenig verschoben haben. Der raue „No Solution Blues" dampft zwar mit ordentlich Power in den Kesseln voran, hat aber einen ordentlichen Schuss Blues getankt. War man auf dem Erstling noch eher an den Stammformationen und am Melodicmetal orientiert so geht es diesmal viel erdiger zu.
Spätestens wenn Beyrodt seinen Sechssaiter kreischen lässt werden Erinnerungen an John Sykes anno 1987 wach. In die selbe Kerbe schlägt „King Of Your Dreams" anschließend mit seinem schwermütigen Beginn. Bluesige Licks führen dann den Song zu seinem tollen Stadion-verdächtigen Chorus.

Noch viel mehr im Schatten des Blues wandelt dann „Devils Daughter", die Überraschung schlechthin. Der Anfang klingt wie eine Slow-Mo-Nummer, wie man sie von dem kürzlich viel zu früh verstorbenen GARY MOORE liebte. Keine Ahnung ob hier Readman, Sinner oder ein Gastvokalist singen, auf alle Fälle hat das soviel Seele, dass es einem eine Gänsehaut zaubert. Im Verlauf steigert sich die Dynamik dramatisch bis hin zum eruptiven Refrain.

Blackmore-Zitate im Solo bestärken mich in dem Verdacht, dass so „You Keep On Moving" hätte klingen können, wäre der Lotse nicht zuvor von Bord gegangen. Doch das ist noch nicht alles, plötzlich jammt die Truppe, bringt echtes Live-Feeling mit ein. Da hatte man den guten Alex immer für eine Guitar-Hero-Epigone gehalten und nun ist er vom Gefühl her seinen Landsmann AXEL RUDI PELL zumindest ebenbürtig.
Ähnlich verspielt und ruhiger kommt „Blind Man" daher, welches vor allem von JIMI HENDRIX inspiriert wurde. Hier glänzt Kresic mit vielen Hammond-Verzierungen, zeigt wie wichtig er im Gefüge ist. Ob flächige Synths bei den zugänglicheren Titeln, das Solo im flotten „The Heavens Are Burning" oder an der Orgel, der Mann weiß genau den richtigen Sound am passenden Punkt anzubringen. Mit der Stärke kann die Band scheinbar alles, in „Heal My Pain" tönt sie gar angefunkt.

Das wirft die Frage auf, ob überhaupt noch etwas an „Alex Beyrodt´s Voodoo Circle" erinnert. Einiges schon, ganz kann man seine langjährige Arbeit auch nicht abschütteln, so könnte „This Could Be Paradise" von den Karlsruhern stammen, denen der Fronter hier normalerweise vorsteht. Der Rausschmeißer „Wings Of Fury" ist das einzige YNGWIE MALMSTEEN-verdächtige Stück, von denen es auf dem Debüt mehrere gab.
Der schwedische Exzentriker scheint ohnehin in der Gunst des Masterminds gegenüber dem bereits erwähnten DEEP PURPLE/RAINBOW-Genie gesunken zu sein. Den oben gestellten Vergleich könnte ich beispielsweise bei dem orientalisch angehauchten „When Destiny Calls" auch anders ziehen. So hätte „Perfect Strangers" wohl geklungen wenn die 84er-Reunion in der Mark 3-Besetung über die Bühne gegangen wäre.

Die Produktion ist bei „Broken Heart Syndrome" etwas zurück genommen, fällt nicht mehr so wuchtig aus wie bisher, was den Songs aber besser zu Gesicht steht. Auch das Gaynor durch den ziemlich unbekannten Markus Kullmann ersetzt wurde fällt kaum ins Gewicht. VOODOO CIRCLE kann man in der Form mit der letztjährigen Sensation BLACK COUNTRY COMMUNION vergleichen. Im Gegensatz zur britisch-amerikanischen Liaison sind die Deutschen aber songorientierter, arrangieren mehr, kommen besser auf den Punkt.
Trotzdem oder gerade deswegen klingen die Lieder frisch und spontan. Hier herrscht ein Feeling und eine Authentizität wie man sie von einer deutschen Formation nur selten zu hören bekommt. Ihnen gelingt es die Grenzen des Genres auszuloten ohne dabei den roten Faden aus den Augen zu verlieren. Wer der neuen WHITESNAKE entgegen fiebert, der kann sich die Wartezeit hiermit versüßen. Das erste Highlight des Jahres! (Pfälzer)

Bewertung: 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 56:21 min
Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 25.02.2011

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Schon beim Blick auf das in warmen Farben gezeichnete Cover und dem Songtitel des Openers wird klar, dass sich die musikalischen Direktiven ein wenig verschoben haben. Der raue„No Solution Blues“ dampft zwar mit ordentlich Power in den Kesseln voran, hat aber einen ordentlichen Schuss Blues getankt. War man auf dem Erstling noch eher an den Stammformationen und am Melodicmetal orientiert so geht es diesmal viel erdiger zu.
Spätestens wenn Beyrodt seinen Sechssaiter kreischen lässt werden Erinnerungen an John Sykes anno 1987 wach. In die selbe Kerbe schlägt „King Of Your Dreams“ anschließend mit seinem schwermütigen Beginn. Bluesige Licks führen dann den Song zu seinem tollen Stadion-verdächtigen Chorus.

 

Noch viel mehr im Schatten des Blues wandelt dann „Devils Daughter“, die Überraschung schlechthin. Der Anfang klingt wie eine Slow-Mo-Nummer, wie man sie von dem kürzlich viel zu früh verstorbenen GARY MOORE liebte. Keine Ahnung ob hier Readman, Sinner oder ein Gastvokalist singen, auf alle Fälle hat das soviel Seele, dass es einem eine Gänsehaut zaubert. Im Verlauf steigert sich die Dynamik dramatisch bis hin zum eruptiven Refrain.
Blackmore-Zitate im Solo bestärken mich in dem Verdacht, dass so „You Keep On Moving“ hätte klingen können, wäre der Lotse nicht zuvor von Bord gegangen. Doch das ist noch nicht alles, plötzlich jammt die Truppe, bringt echtes Live-Feeling mit ein. Da hatte man den guten Alex immer für eine Guitar-Hero-Epigone gehalten und nun ist er vom Gefühl her seinen Landsmann AXEL RUDI PELL zumindest ebenbürtig.
Ähnlich verspielt und ruhiger kommt „Blind Man“ daher, welches vor allem von JIMI HENDRIX inspiriert wurde. Hier glänzt Kresic mit vielen Hammond-Verzierungen, zeigt wie wichtig er im Gefüge ist. Ob flächige Synths bei den zugänglicheren Titeln, das Solo im flotten „The Heavens Are Burning“ oder an der Orgel, der Mann weiß genau den richtigen Sound am passenden Punkt anzubringen. Mit der Stärke kann die Band scheinbar alles, in „Heal My Pain“ tönt sie gar angefunkt.

 

Das wirft die Frage auf, ob überhaupt noch etwas an „Alex Beyrodt´s Voodoo Circle“ erinnert. Einiges schon, ganz kann man seine langjährige Arbeit auch nicht abschütteln, so könnte „This Could Be Paradise“ von den Karlsruhern stammen, denen der Fronter hier normalerweise vorsteht. Der Rausschmeißer „Wings Of Fury“ ist das einzige YNGWIE MALMSTEEN-verdächtige Stück, von denen es auf dem Debüt mehrere gab.
Der schwedische Exzentriker scheint ohnehin in der Gunst des Masterminds gegenüber dem bereits erwähnten DEEP PURPLE/RAINBOW-Genie gesunken zu sein. Den oben gestellten Vergleich könnte ich beispielsweise bei dem orientalisch angehauchten „When Destiny Calls“ auch anders ziehen. So hätte „Perfect Strangers“ wohl geklungen wenn die 84er-Reunion in der Mark 3-Besetung über die Bühne gegangen wäre.

 

Die Produktion ist bei „Broken Heart Syndrome“ etwas zurück genommen, fällt nicht mehr so wuchtig aus wie bisher, was den Songs aber besser zu Gesicht steht. Auch das Gaynor durch den ziemlich unbekannten Markus Kullmann ersetzt wurde fällt kaum ins Gewicht. VOODOO CIRCLE kann man in der Form mit der letztjährigen Sensation BLACK COUNTRY COMMUNION vergleichen. Im Gegensatz zur britisch-amerikanischen Liaison sind die Deutschen aber songorientierter, arrangieren mehr, kommen besser auf den Punkt.
Trotzdem oder gerade deswegen klingen die Lieder frisch und spontan. Hier herrscht ein Feeling und eine Authentizität wie man sie von einer deutschen Formation nur selten zu hören bekommt. Ihnen gelingt es die Grenzen des Genres auszuloten ohne dabei den roten Faden aus den Augen zu verlieren. Wer der neuen WHITESNAKE entgegen fiebert, der kann sich die Wartezeit hiermit versüßen. Das erste Highlight des Jahres! (Pfälzer)

 

Bewertung: 8,5 / 10

 

Anzahl der Songs: 12

Spielzeit: 56:21 min

Label: AFM Records
Veröffentlichungstermin: 25.02.2011
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