edenbridge thegreatmomentumSeitdem ich 1999 auf das zweite NIGHTWISH Album „Oceanborn“ aufmerksam geworden bin, begleitet mich und begleite ich sozusagen das Symphonic Metal Genre mit fast allen Facetten und ganz vielen Bands, ganz egal ob bekannt oder unbekannt. Die österreichische Band EDENBRIDGE, die ich auch bereits seit ihrem Debüt „Sunrise In Eden“ (2000) verfolge, hat dabei einen recht speziellen Status bei mir inne. Ich schätze mehrere ihrer bis dato herausgebrachten Alben, ich habe großen Respekt davor, dass Lanvall und Sabine Edelsbacher, die auf den aktuellen Fotos jünger aussieht als vor 10 oder 15 Jahren (!), immer noch dabei und aktiv sind, trotzdem hat der Band irgendwie meistens das gewisse etwas gefehlt und live gespielt hat man sowieso viel zu wenig.

Die letzten beiden Alben „Solitaire“ (2010) und „The Bonding“ (2013) fand ich dann auch gar nicht mehr so toll, die Band schien vielleicht auch durch mehrere Besetzungswechsel in eine Art Sackgasse geraten zu sein, doch mit dem neuen erneut mit Hilfe von Crowdfunding finanzierten Albums „The Great Momentum“, ein erhabener Titel, der stark an „The Grand Design“ erinnert, hat die Band für den Augenblick die Wendemarke erfolgreich passiert.

Die Unterschiede mögen vielleicht nur in Nuancen liegen, aber „The Great Momentum“ ist vermutlich das beste EDENBRIDGE Album seit „Shine“ (2004) geworden und das hat nur wenig damit zu tun, dass „The Great Momentum“ angeblich als „das zweifellos [...] bislang härteste in die Geschichte der Band eingehen wird.“ (Zitat Pressetext)! Ich glaube noch nicht einmal, dass das stimmt, wenngleich die Zahl der Balladen auf ein angenehmes Maß reduziert wurde und die ruhigen Stücke „Until The End Of Time“ mit Erik Martensson als Gastsänger und „Only A Whiff Of Life“ zu den besseren der Bandgeschichte zählen, eben weil sie das süßliche, das positive Element, das EDENBRIDGE immer dabei haben, nicht allzu vordergründig einfließen lassen.

Vielleicht ist das letztendlich auch das Alleinstellungsmerkmal dieser Band, die Musik von EDENBRIDGE mag man als Heavy Metal kategorisieren, sie ist aber trotzdem positiv und nett geprägt, man hat stets das Gefühl, dass diese Band keiner Fliege etwas zu Leide tun kann.
Der große Pluspunkt bei „The Great Momentum“ liegt aber eindeutig im Songwriting von Lanvall und Sabine, die zwar mit dem Hauptstück "The Greatest Gift Of All" wieder einen Longtrack abliefern, ansonsten aber sehr kompakt und songdienlich zu Werke gehen. Mit „Shiantara“ und „The Moment Is Now“ hat man zwei kleinere Hits dabei, „Return To Grace“ ist ein klassisches Heavy Metal Stück mit orientalischen Einflüssen und „A Turnaround In Art“ so eine Art Miniepos, das abschließende Quasi-Titelstück bräuchte man dann auch eigentlich gar nicht mehr.

Im Gegensatz zum überladenen Vorgängeralbum klappt es auf „The Great Momentum“ auch deutlich besser, das mit Hilfe des Crowdfunding organisierte Orchester (Junge Philharmonie Freistadt) in den gesamten Kontext zu integrieren. Orchester wie Chöre kommen punktueller und zielgenauer zum Einsatz, davon profitieren die Songs und allen voran Sabine Edelsbacher als Sängerin.
Durch dieses Reduzieren aus das Wesentliche konnten EDENBRIDGE wieder einen Schritt nach vorne machen, da erneut das eingespielte Team bestehend aus Lanvall, Karl Groom und Mika Jussila das Produzieren übernommen hat, klingt „The Great Momentum“ in Sachen Sound wie aus einem Guss.

Als Momentaufnahme wird „The Great Momentum“ in all seinen Facetten seinem Titel gerecht und das ist mehr als man im Vorfeld erwarten durfte, ein erstes dickes Highlight für die Symphonic Metal Anhänger. (Maik)


Bewertung: 

Maik 20168,5 8,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 54:45 min
Label: SPV/Steamhammer
Veröffentlichungstermin: 17.02.2017

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