Kosmopyria200pxMan zuckt erstmal zusammen wegen des Namens KOSMOPYRIA. Hat man so einen Bandnamen schonmal irgendwo wahrgenommen? Ich glaube nicht. Jedoch sprang einem der Schriftzug irgendwann mal ins Auge - gleicht dieser dem von OBSCURA RELIGIO doch sehr. Es ist ja auch noch die gleiche Band, denn nur der ehemalige Gitarrist René hat sich mit dem Namen aus dem Staub gemacht. Leider musste auch der Posten am Bass neu besetzt werden und so kam Christian für Pascal, welcher immer noch bei MUNARHEIM bewundert werden kann.

Nach dem obligatorischen Intro welches bedrohlich anschwillt, wird man mit „Nein" begrüßt. Nicht sehr nett, aber wirkungsvoll, denn der Song ist hochinteressant und macht große Laune auch den Rest des Albums zu hören.
„Ewige Einsamkeit" beispielsweise ist ein Lied, welches mich zuerst an HAMMERFALL erinnert, sich jedoch schnell sich diesem Eindruck entledigen kann. Spätestens nach Einsetzten des Gesangs zerspringt der eben noch so süßlich im Ohr klebende Schmelz. Wirklich gut umgesetzt ist der im Refrain einige Oktaven tiefer gesungene Background-Gesang, welcher einen prima Kontrast zu dem Gekeife darstellt. Auch „Unsterblich" nimmt den Hörer mit auf eine dunkle Entdeckungsreise, welche jederzeit aufs Neue fesselt. Jeder einzelne Song macht Sinn und fügt sich zum Ganzen.
Was mir diesmal auffällt ist, dass ich viele Parallelen zu "Stormblast" von DIMMU BORGIR ziehen kann, sei es der Sound oder die Stimmung in den Songs. Nicht das ich hier einen falschen Eindruck erwecke: das Album klingt nicht eins zu eins wie "Stormblast", ich habe einfach nur das Verlangen anschließend "Stormblast" zu hören.

Die sprachgewandten deutschen Texte, wie zum Beispiel in dem Lied "Die Spur im Sand", haben einen großen Anteil daran das Album auf höchstes Niveau zu heben.
Auch wenn sich der Name geändert hat, musikalisch hat sich glücklicherweise nichts geändert. Geblieben sind die fantastischen Melodien, mit denen die Coburger Black-Metaller ihre sonst finstere Musik schmücken. Nach wie vor gibt es Soundtrack-artige Keyboard-Teppiche sowie geniale Klavierpassagen von Tastenmann Christopher und tolle Refrains mit Ohrwurm-Gefahr zwischen dem gnadenlosen Gerase der pfeilschnellen Gitarrenriffs und Soli von Helge und dem präzisen Schlagzeugspiel von Wolfgang Mehringer. Frontkeifer Christian Hummel hat selbige sprichwörtlich im Hintern und legt im Vergleich zum Album „Rache Sitzt Tief" noch ein Messer mehr zwischen die Stimmbänder.

Alles in allem ein Werk für die Ewigkeit, an dem sich viele andere Bands messen lassen müssen, gerade weil es in Eigenregie entstanden ist. Es klingt wuchtig und dennoch transparent genug jedem Instrument seinen Freiraum zu garantieren. Die einwandfrei Produktion lässt den ein oder anderen schiefen Ton deutlicher zu Tage treten, was dem Gesamteindruck jedoch keinen Abbruch tut. Alles in allem ist KOSMOPYRIAs Debüt sehr wohltuend zwischen den ganzen Versuchen Metal deutschsprachige Texte zu verpassen und dabei nicht zu gestelzt oder banal rüber zukommen. Hut ab Jungs! (Andreas)

Bewertung: 8 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 46:51 min
Label: Eigenproduktion
Veröffentlichungstermin: 17.04.2015

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