Blind Guardian-Twilight of the GodsEnde Januar steht bekanntlich mit "Beyond The Red Mirror" das neue Album von BLIND GUARDIAN in den Startlöchern. Um uns einen kleinen Vorgeschmack zu liefern, haben die Obersympathen aus Krefeld uns im Dezember mit der zugehörigen EP "Twilight Of The Gods" beglückt. Der Begriff EP ist allerdings etwas fehl am Platz, Single wäre treffender, denn lediglich der Titeltrack ist neu, die anderen beiden Songs sind alte Bekannte und bilden allenfalls einen schönen Bonus, von einer EP erwarte ich mir dann doch wenigstens noch einen oder zwei Bonussongs mehr, idealerweise unveröffentlichtes Studio- oder Demomaterial. Widmen wir uns also "Twilight Of The Gods" als Single.

Besagter neuer Song hinterlässt bei mir einen etwas zwiegespaltenen Eindruck. Zwar stimmen die bandtypischen Trademarks, wie das bombastische Klanggewand und die epischen Choräle im Refrainpart und auch Hansi's Stimme hat in all den Jahren ihren Zauber nie verloren, insgesamt kommt schon gut was an Energie rüber. Was mir jedoch etwas sauer aufstößt, ist das musikalische Grundgerüst, das mich etwas zu sehr an den für viele Fans (inkl. mich) zu verspielten und progressiven Ausflug "A Night At The Opera" erinnert. Nennt mich ewig gestrig, aber für mich ist BLIND GUARDIAN eben immer noch am ehesten mit der unfassbaren Epik und Power einer "Imaginations From The Other Side" verbunden, und ein Song von diesem Kaliber ist es leider nicht.

Der Song ist ohne Zweifel gut, aber er lässt für mich doch etwas zu wenig Hitpotenzial erkennen. Ich hoffe, dass das kein Gratmesser für das anstehende Album ist, immerhin war das letzte Album "At The Edge Of Time" eine wahre Wucht. Positiv lässt sich jedoch anmerken, dass der Rest, wie von den Jungs gewohnt, einfach passt und Lust auf mehr macht. Bis auf den Sound, muss jedoch gesagt werden, denn der ist insgesamt leider etwas dünn. Auch hier hoffe ich, dass das kein Vorzeichen für das kommende Album ist. Ende des Monats sind wir dann schlauer.

Als Draufgabe finden sich noch zwei sehr schöne Live-Versionen von "Time Stands Still - At The Iron Hill" und dem ewigen Klassiker "The Bard's Song" auf dem Silberling, beide aufgenommen beim WOA 2011. Die Liveatmosphäre kommt hervorragend rüber und die Stimmung scheint bombastisch gewesen zu sein. Da lechzt man geradezu nach einem Wacken-Livealbum des deutschen Metal-Urgesteins. Wer es nicht mehr erwarten kann, darf sich das Scheibchen hier also gerne ins Regal stellen, alle anderen warten auf "Beyond The Red Mirror" und harren der Dinge, die da kommen.

Bewertung: 6 / 10

Anzahl der Songs: 3
Spielzeit: 13:46 min.
Label: Nuclear Blast Records
Veröffentlichungstermin: 05.12.2014

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