wolf devilseedAls vor ein paar Jahren der traditionelle Metal im Stile der NWOBHM als Vorbote der Retrowelle wieder verstärkt auf der musikalischen Landkarte auftauchte, waren die Schweden schon kein unbeschriebenes Blatt mehr. Seit fast zwanzig Jahren bringt Niklas Stalvind mit wechselnden Mitstreitern seine Botschaft von der reinen Metallehre unter das Volk. Hierzulande wurden WOLF mit dem Auftritt beim Rock Hard Festival 2005 und ihrem vierten Album "The Black Flame" bekannt. So richtig durchsetzen konnte sich der Vierer trotz durchgehend hoher Kritiken bislang noch nicht, einige Konkurrenten zogen sogar an ihnen vorbei. Nun erscheint mit "Devil Seed" das nunmehr achte Studiowerk, gelingt damit endlich der Durchbruch?

Nach dem düsteren Intro "Overture In C Shark" lässt "Shark Attack" den Killerhai so richtig von der Leine. Wie beim ähnlich betitelten ACCEPT-Klassiker geht man beim Opener in die Vollen. Das schnelle, knackige Riff rollt über den Hörer weg und reißt ihn direkt mit, beim Chorus packt Stalvind dann erstmals ein paar kräftige, hohe Screams aus. Zum Glück gehen sie nicht über die komplette Spielzeit das höchste Tempo, sondern wirken sehr variabel. Lediglich bei "Frozen" und "Back From The Grave" wir das Pedal durchgetreten, wobei die letztgenannte Nummer obendrein noch sehr melodiös ausfällt und eine dezente JAG PANZER-Schlagseite besitzt.

Schon der zweite Track "Skeleton Woman" verzögert deutlich und setzt mit einem prägnanten Basslauf auf drückenden Groove. Dazwischen lockern akustische Anklänge und eine kurze ruhige Phase das ganze auf. Eine weitere Facette der klassischen Stahllegierung bietet das schwerfällige "Surgeons Of Lobotomy", welches mit seinem getragenen Refrain mächtig wirkt. Noch düsterer kommt "The Dark Passenger" daher, dass Erinnerungen an RAINBOW hervor ruft. Fast schon progressiv mutet "River Everlost" an, hier wird öfter das Tempo gewechselt und filigran soliert. Geschickt mit der Dynamik spielt das abschließende "Killing Floor", das locker rockend beginnt, sich dann immer wieder steigert und einem am Ende ruhig hinaus begleitet.

Natürlich verlieren sich WOLF nicht in allzu ausufernde Arrangements, sondern gehen trotz aller kleinen Details nicht weniger geradlinig vor, als etwa beim rockigen, an JUDAS PRIEST angelehnten "My Demon". Kaum ein Song geht klar über die Vier-Minuten-Grenze, alles wird ohne viel Schörkel kompakt runtergezockt. Das kennt man so höchstens noch von ganz frühen IRON MAIDEN, bei denen in kurzer Zeit auch sehr viel passierte. In den Phasen, wenn die Combo mal die straighten Pfade verlässt, sorgen so starke Refrains wie in "I Am Pain" für Zugänglichkeit und Wiedererkennungswert. Was neben der höheren Musikalität im Gegensatz zu anderen Formationen, die von der NWOBHM und dem traditionellen US-Metal geprägt sind auch auffällt ist die starke Produktion.

Hier hat mit Jens Bogren in seinen Fascination Street Studios ein wahrer Könner seines Fachs Hand angelegt. Die Gitarren sägen, vor allem die doppelten Leads kommen gut zur Geltung, die Drums donnern wuchtig, der Sound hat Volumen und dennoch ordentlich Dreck. Hier treten die Jungs aus Örebro den Beweis an, dass urwüchsiger Metal nicht zwangsläufig rumpeln muss. Einzig ein wirklicher Hit, der sich sofort im Gehörgang festsetzt, fehlt auf "Devil Seed", dafür ist das Songmaterial durchgehend von hoher Qualität. Wessen Herz für traditionelle Klänge schlägt, der ist hier bestens bedient, es wird alles geboten, was diese Musik ausmacht, wenn auch nichts aufregend Neues. (Pfälzer)

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 11
Spielzeit: 47:13 min
Label: Century Media
Veröffentlichungstermin: 22.08.2014

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