delain thehumancontradictionDa DELAIN momentan mit ihren Landsleuten von WITHIN TEMPTATION auf Tour sind, liegt es auf der Hand, dass dieser Tage auch das neue Studioalbum dieser Formation erscheint, die vor über zehn Jahren vom ehemaligen WITHIN TEMPTATION Keyboarder Martijn Westerholt als reines Studioprojekt ins Leben gerufen wurde. So richtig los ging es mit DELAIN aber sowieso erst, als mit Charlotte Wessels die passende Sängerin gefunden wurde.

Das erste Studioalbum „Lucidity" (2006) hatte einige ganz formidable Songs, präsentierte aber sonst eine Band, die noch auf der Suche nach sich selbst war. Gefunden hatte man sich auf beeindruckende Art und Weise dann drei Jahre später auf „April Rain", welches rundum stimmig war. Mit der eingeschlagenen Kurskorrektur hin Richtung Mainstream auf „We Are The Others" hatte sicherlich nicht nur ich anfangs schwer zu kämpfen, trotzdem scheint genau diese Ausrichtung der richtige Weg für DELAIN zu sein.

Mit „The Human Contradiction" melden sich die Holländer, die inzwischen eigentlich weder Gothic noch Symphonic sind, nach dem etwas unnötigen Zwischenschritt „Interlude" zurück, und dass ich solange ausgeholt habe, bis ich mich dem vierten Longplayer zuwende, hängt auch damit zusammen, dass „The Human Contradiction" auf seine eigene Art und Weise langweilig ist, denn DELAIN scheuen heuer das Risiko wie der Teufel das Weihwasser. „The Human Contradiction" ist nach „We Are The Others" der nächste logische Schritt, dadurch dass man nicht mehr zwölf, sondern nur noch neun Songs auf das Album gepackt hat, wirkt die ganze Sache inzwischen noch kompakter und auf das Wesentliche reduziert, DELAIN haben allerdings vergessen die Emotionen mitzunehmen.

Dafür punktet „The Human Contradiction" mit einer ganzen Reihe an gut komponierten Songs, angefangen beim sehr facettenreichen Opener „Here Come The Vultures", über die beiden Singlekandidaten „Stardust" und „My Masquerade" bis zum zumindest dezent überraschenden Abschluss „The Tragedy Of The Commons", bei dessen Aufnahme man noch nicht damit rechnen konnte, dass man hier die neue ARCH ENEMY Sängerin zu hören bekommt. Dazwischen gibt es zwei Songs, die aufgrund der Gastvocals von Marco Hietala zu sehr nach NIGHTWISH klingen („Your Body Is A Battleground", „Sing To Me") sowie mit „Tell Me, Mechanist" ein Stück, das untermauert, dass im Konzept von DELAIN auch Growls (von George Oosthoek) ihren Platz haben können.

Handwerklich sind das alles ganz tolle Songs, die man sich über einen längeren Zeitraum auch anhören kann, ohne dass sie sich abnutzen, so einen richtigen Kracher, der heraussticht wie das Titelstück des Vorgängers beispielsweise, sucht man hier vergebens, diesem Anspruch können auch „Army Of Dolls", bei dem DELAIN etwas mit den Möglichkeiten von Drumsamples herumspielen, und die „Nummer-Sicher-Nummer" „Lullaby" nicht gerecht werden.

„The Human Contradiction" ist insofern langweilig, dass es kaum etwas Neues bietet und hat sich seine 7,5 Punkte insbesondere nur deshalb verdient, weil die meisten Songs ansprechend ausfallen und der Sound nicht ganz so glatt poliert wirkt wie auf „We Are The Others". Wenn ich ehrlich sein darf, ist im Direktvergleich das aktuelle WITHIN TEMPTATION Album „Hydra" eine ganze Spur besser. (Maik)

Bewertung: 7,5 / 10

Anzahl der Songs: 9
Spielzeit: 42:15 min
Label: Napalm Records
Veröffentlichungstermin: 04.04.2014

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