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Obwohl seit BLAZE's letztem Studioalbum "Tenth Dimension" erst zwei Jahre vergangen sind, hat sich einiges im Leben von Bandkopf Blaze Bailey getan - schwere Alkoholprobleme und daraus resultierende Depressionen mussten überwunden werden - und das was Blaze auf "Blood & Belief" nun textlich präsentiert ist größtenteils eine Art "Biographie" oder ein Rückblick die in Texten wie "Tearing Myself To Pieces" und "Will To Win" Ausdruck findet - oder auch direkt dem Opener "Alive" mit dem er ein druckvolles Statement nach dem Motto "Ich habe mich nicht kleinkriegen lassen!" setzt.
Auch bei den übrigen Musikern der Band hat sich etwas getan - die Gitarristen Steve Wray und John Slater sind geblieben, gewechselt hat die Rhythmusgruppe - neu mit an Bord sind nun Drummer Jason Bowld und Wayne Banks, der Mann am Bass.

Man merkt dem Album deutlich an, dass Blaze entschlossener denn je ist - die Gitarren sind durchweg ungestümer und auch Blaze selber klingt zumeist fühlbar aggressiver - ansonsten merkt man in jeder Note, dass hier unverfälscht BLAZE am Werke ist - insofern steht direkt mit "Alive" ein mächtiges Ausrufezeichen als Opener bereit. BLAZE knüppeln sich allerdings nicht unstrukturiert durch's Album - die Tracks erheben allesamt den Anspruch, durchdacht zu sein - was sich auch handfest in "Ten Seconds" zeigt - angefangen vom markanten Intro über das straighte Songgerüst, den melodischen Refrain und ein gelungenes Gitarrensolo - alles, was ein guter Titel braucht.
Mit dem Titeltrack "Blood And Belief" fällt Blaze nicht zuletzt wegen der langen Spielzeit ein wenig in seine IRON MAIDEN-Phase zurück - eigentlich ist die Nummer ganz gut, hat aber in jedem Abschnitt ihre Längen - ein wenig kompakter hätte es hier ruhig sein dürfen.
"Life And Death" gibt sich zwischen langsamen und rockigen Passagen abwechselnd und überzeugt aufgrund der Gitarrenarbeit - das gewisse Quentchen um den Funken überspringen zu lassen fehlt aber hier leider ebenfalls.
Den kleinen Schönheitsfehler der beiden vorigen Songs hat auch "Tearing Myself To Pieces" aber - genau wie beim Opener - Blaze kommt hier durchaus stimmig und recht aggressiv rüber.
Völlig überraschend klingen die Gitarren bei "Hollow Head" - können aber wohl gut darstellen, was in Blaze's Kopf vor/während der Therapie vorgegangen sein muss...
Die straighteste, schnellste und damit eingängigste Nummer kommt mit "Will To Win" aus den Boxen - Blaze at his best.
Ruhiger angelegt und von derselben Klasse wie der Vorgänger sind "Regret" - mit beeindruckenden Gitarrenparts und einem fast richtig singenden Blaze - und das mächtig rumpelnde, bisweilen gar majestätische "The Path And The Way".
Ebenfalls mächtig beeindruckend ist "Soundtrack Of My Life" - mit leichtem Gitarrenspiel beginnend baut sich ein würdiger Schlusspunkt des Albums auf.

Gerade im zweiten Teil von "Blood & Belief" dreht Blaze auf und ist über die Längen und Wiederholungen in den Tracks der ersten Hälfte hinweg - Insgesamt liefern die Jungs hier ein starkes Album ab, was zu MAIDEN-Zeiten sicher kaum einer dem guten Blaze Bailey zugetraut hätte - von Mal zu Mal wird er besser und es bleibt zu hoffen, dass der letztens von seinen Problemen durchaus gezeichnete Blaze (sein Auftritt als DJ am 06.03. im JAB Düsseldorf) nicht rückfällig wird, sondern weiter Hämmer wie diesen vorlegen kann.
Aufgrund der kleinen Schönheitsfehler (und des drögen Covers) allerdings "nur" 8,0 Punkte.

Anspieltipps: "Alive", "Hollow Head", "Will To Win" (Naglagor)

Bewertung: 8,0 / 10



Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 51:27 min
Label: SPV / Steamhammer
Veröffentlichungstermin: 26.04.2004
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