Für "Madmen & Sinners" haben sich zwei alte Hasen im Geschäft zusammengetan - zum einen Songschreiber, Gitarrist, Keyboarder (etc. etc.) Tim Donahue und zum anderen DREAM THEATER-Sänger James LaBrie - da sollte man annehmen können, dass die Stilrichtung bereits klar umrissen ist: Progressive Metal aus dem Lehrbuch.

Aber weit gefehlt - zwar hat die Scheibe über eine Stunde Spielzeit - und die Tracks sind recht lang geraten, so dass sie viel Raum für ausufernde Frickeleien und unzählige Breaks bieten würden - aber für eine als "Prog" angekündigte Scheibe ist alles sehr eingängig und straight - Von der Länge her fallen lediglich die zwei extrem ruhigen Titel "Let Go" und "Morte Et Dabo" (letzterer fast vollständig ein einziger Gregorianischer Chorgesang) aus dem Rahmen und sind mit gut zwei Minuten eher als Zwischenspiele einzustufen.
Die Zahl der Tracks auf "Madmen & Sinners" bei denen es deutlich metallischer zugeht, ist leider recht gering ausgefallen - da wäre zuerst einmal ordentlich rockende Opener "Million Miles", das Prog-Vorzeigestück "Feel My Pain" oder auch das imposante "Children Of The Flame" - da sind die Arrangements stimmig und James LaBrie ist ohnehin eine Klasse für sich.
Dann ist da noch das eher ruhiger angelegte "My Heart Bleeds", was insbesondere durch LaBrie's aggressiven Gesang aufgepeppt wird, aber gerade gegen Ende doch etwas viel klimperndes Keyboard enthält. Auch "The End" ist ruhiger geraten und gefällt im Mittelteil durch sehr gutes Gitarrenspiel - dafür ist es hier ausnahmsweise mal Mr LaBrie, der beim ruhigen Gesang zu angestrengt gepresst wirkt. Schade - dass er die ruhigen Tracks beherrscht, beweist er nämlich direkt im Anschluss in "Wildest Dreams" ausschließlich begleitet von einer Akustikgitarre.
Nach dem recht langen langsamen Teil drehen die beiden mit "Master Of The Mind" endlich wieder auf - das dafür dann auch direkt richtig - gerade an den Gitarrenparts dürfte Donahue ein wenig geübt haben, geht es doch recht rasant auf dem Griffbrett zu.
Den Leckerbissen haben sich Donahue & LaBrie für den Schluss aufgehoben - der Titeltrack "Madmen & Sinners" ist schlappe sechzehn Minuten lang - und damit ein eigenes Kapitel für sich - baut sich der Track im ersten Viertel sehr ruhig auf, rockt der Rest amtlich - zuerst instrumental, dann wieder mit hervorragend aggressivem Gesang.

Von der hohen Zahl an ruhigen Stücken bin ich ein wenig enttäuscht - insbesondere "Morte Et Dabo" will so gar nicht passen, auch wenn Donahue gerade die Chorparts als große Neuerung hervorgehoben hat. An den Metal-Tracks lässt sich nichts aussetzen, das haben die Jungs gekonnt eingespielt - aber auf die Stunde Spielzeit gesehen ist die Mischung etwas unausgegoren.
Schade - da wäre sicher mehr drin gewesen.

Anspieltipps: "Feel My Pain", "Children Of The Flame", "Master Of The Mind" (Naglagor)

Bewertung: 7,0 / 10



Anzahl der Songs: 10
Spielzeit: 63:44 min
Label: Frontiers Music
Veröffentlichungstermin: 05.04.2004
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