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helloween_20110412In Zeiten, in denen vernünftige Konzerte mit allerhand überflüssigen Bands zugekleistert werden, ist eine solche Zusammenstellung ein echter Segen. Waren mit HELLOWEEN und STRATOVARIUS schon zwei der ganz großen Formationen des Euro-Powermetals unterwegs, so nahmen sie für die diesjährigen Dates PINK CREAM 69, eine der bekanntesten Hardrockbands Deutschlands mit an Bord. Also drei potente Combos, allesamt mit Headlinerqualitäten, das versprach einen klasse Konzertabend.
Zu keiner der Truppen muss man noch große Worte verlieren, klar haben alle ihre besten Tage hinter sich, geschäftliche oder persönliche Probleme verhinderten in allen Fällen einen noch größeren Erfolg, doch an Qualität hat niemand groß eingebüßt. Das einzige, was mit fortschreitendem Alter vielleicht verstärkt auftaucht, sind die kleinen Zipperlein und so musste das Konzert am 1. Februar abgesagt werden, weil Andi Deris mit Fieber daniederlag. Im Januar mussten STRATOVARIUS ebenfalls einige Gigs ausfallen lassen, weil Timo Kotipelto Probleme mit den Stimmbändern hatte und die letztjährigen Konzerte bestritten sie mit Ersatzschlagwerker Alex Landenburg, weil es Jörg Michael noch wesentlich schlimmer erwischt hatte. Trotz aller Querelen hatte man es geschafft alle drei Bands zum Abschluss der Europa-Tournee auf die Bühne der Saarbrücker Garage zu bekommen.

PINK CREAM 69
Um kurz nach halb sieben machten PINK CREAM 69 den Anfang, recht früh, aber wenn man bedenkt, dass die beiden anderen direkt morgen nach Mexiko weiter müssen, wollte man den Stress wohl gering halten, so dass sich die Pausen recht lange gestalteten. Zu dem Zeitpunkt war auch aufgrund der Uhrzeit  noch gut Luft in der Halle, allerdings war die auch in ihrer vollen Größe genutzt. Dass das Material der "Pinkies" nicht so ganz bei der Powermetal-Gemeinde bekannt ist, zeigte sich an den am Anfang verhaltenen Reaktionen.
An der Band selbst kann es nicht gelegen haben, denn die zeigte sich direkt hoch motiviert und ließ ihre Spielfreude aufblitzen. Wieder mit an Bord war der zweite Gitarrist Uwe Reitenauer, der bei den Konzerten zu Jahresbeginn von AXXIS-Klampfer Marco Wriedt vertreten wurde. Viel Promo für ihr aktuelles Album "In10sity" müssen sie nicht mehr machen, das Teil hat schon vier Jahre auf dem Buckel, dennoch kamen zwei Songs des starken Werkes zum Einsatz, wobei man mit dem Opener startete.

Wegen der Aufbauten des Hauptacts war der Platz vor dem Backdrop ein wenig limitiert, weite Ausflüge auf die andere Bühnenseite blieben bei den Instrumentalisten aus, weil man sonst Gefahr lief zum Background-Einsatz nicht mehr rechtzeitig zurück am Mikro zu sein. Denn der Raum, der sich in der Mitte der Bühne bot nutze Frontmann David Readman dann alleine für sich aus. Etwas beengt kam er sich schon vor, wie muss das damals im kleinen Club nebenan gewesen sein?
Das hielt ihn nicht davon ab eine starke Gesangsleistung abzuliefern, mit ihm hat man damals einen Glücksgriff getan. Auch weil er dadurch in der Szene einen Namen bekam und seitdem bei anderen guten Produktionen wie jüngst beim starken, neuen VOODOO CIRCLE-Album mitwirkte. Doch hier konnte er noch seine Entertainer-Qualitäten mit einbringen und gab keine Ruhe, bevor er nicht jeden von  seiner Band überzeugt hatte.
Da spielte ihm ein Greatest-Hits-Programm, bei dem lediglich das damals sensationelle Debüt außen vor blieb in die Karten. Auch der Sound war für den Opening-Act sehr überzeugend und Drummer Kosta Zafirou verdiente sich für sein kraftvolles Spiel Bestnoten. Mit soviel Druck im Rücken setzte man letztendlich viele Reserven beim Publikum frei, welches PINK CREAM 69 am Ende feierte. 

 

Setlist PINK CREAM 69:
Children Of The Dawn
Do You Like It Like That
No Way Out
Talk To The Moon
Shame
Lost In Illusions
Seas Of Madness
Keep Your Eye On The Twisted

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STRATOVARIUS
Mit den Songs der Finnen schienen die meisten der Anwesenden besser vertraut zu sein, selbst der Startschuss vom neuen Album war vielen bekannt. Klar, denn dass sie von HELLOWEEN beeinflusst sind können STRATOVARIUS ebenso wenig leugnen wie Boris Becker seine erste Tochter. Dementsprechend war auch der Stimmungspegel von Beginn an hoch, das Publikum musste sich nicht erst erarbeitet werden. Obwohl anfangs der Sound nicht hundertprozentig stimmte, dies besserte sich aber schnell, für Supportverhältnisse immer noch richtig gut.
Man gab sich auch ein wenig agiler als die Deutschen, vor allem die rechte Bühnenfront mit Bassist Lauri Porra und Tastenmann Jens Johansson war immer wieder Blickfang. Der lange Viersaiter stand meist mit einem Bein auf dem Keyboard seines Nebenmannes oder dem Drumriser, welchen er auch gerne zur Überbrückung zur anderen Bühnenseite nutzte. Johansson wurde wie immer seinem Ruf als Spaßkanone gerecht, sei es durch ständige Grimassen oder auch wenn er seinen Axtmann mit eingestreuten Zwischentönen überraschte.

Dieser kann sich doch tatsächlich bewegen, denn das war man von seinem Vorgänger Timo Tollki nicht gewohnt. Matias Kuipiainen machte seinen Job sehr gut und braucht sich technisch kaum hinter dem langjährigen Mastermind zu verstecken. Ganz sicher ist sein Bühnenauftreten noch nicht, aber in Sachen Show mussten ohnehin schon seine Mitstreiter die Last tragen. Wenn dann einer von ihnen auf ihn zugeht dann funktioniert die Bandinteraktion schon richtig gut.
Die Interaktion zum Publikum die versteht Timo Kotipelto schon lange sehr gut, denn er packte die Menge direkt. Mit seiner Ausstrahlung ist er immer noch der unbestrittene Mittelpunkt und auch stimmlich ist er nach Monaten auf Tour immer noch topfit. Ständig war er um die Zuschauer bemüht, forderte immer wieder erfolgreich Beifallsbekundungen und war im Rahmen des Möglichen unterwegs. Dazu brachte er ständig theatralische Posen, welche die Atmosphäre der Songs zusätzlich unterstrich.
In der Hinsicht konnten STRATOVARIUS nicht viel verkehrt machen, mit so vielen Hits im Gepäck hätte man auch zwei Stunden voll gekriegt. Neben Titeln vom neuen Album kamen dann alle Klassiker aus der Hochphase der Band dazu, auch wenn man ganz alte Titel vermisst hat. Den Überflieger brachten sie dann an vorletzter Position im Set, was zum ersten Mal an dem Abend für richtig fette Publikumschöre sorgte. Nur schade, dass ein Gastauftritt des anwesenden Aushilfsdrummers vor dessen heimischen Publikum nicht zustande kam.

Setlist STRATOVARIUS:
Darkest Hours
Legions
Eagleheart
?
Paradise
Speed Of Light
The Kiss OF Judas
Under Flaming Skies
Hunting High And Low
Black Diamond

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HELLOWEEN
Nun war es also angerichtet für das deutsche Melodic-Speed-Urgestein, der Saal war gut gefüllt und auf Betriebstemperatur. Auf die einleitende Frage ob man denn "Metal" sei fiel die Antwort lautstark und eindeutig aus. Schnell noch einen Klassiker hinterher geschoben, schon hatte man gewonnen. Dabei hat Sänger Andi Deris so seine Probleme mit der Diskografie vor seiner Zeit. Die Ankündigung beim "Keeper Of The Seven Keys 1"-Album zu bleiben wurde von einem der Redaktion nicht unbekannten Zuschauer mit dem Wunsch nach "March Of Time", den er auch erfüllt bekam gekontert. Deris erwiderte, dass jenes Stück ja vom zweiten Teil stammte, bis er kurz überlegte von welchem Album man zuvor etwas gespielt hatte, um dann verlegen den Titel anzusagen.

Von dieser kleinen Geschichtslücke abgesehen machte er aber seinen Job sehr gut, auch wenn einige wieder bemängelten, dass er die hohen Stellen gekonnt umging. Klar kaschieren die Backgroundgesänge etwas, doch holt er aus seinen Vorraussetzungen noch das Optimum heraus. Dafür glänzt er als Entertainer, animiert ständig die Meute, was gar nicht nötig wäre und ist viel unterwegs. So scherzt er öfter über seinen Schlagzeuger, der leider für derartige Späße herhalten muss, weil, der Bassist doch eine zu große Institution in der Band darstellt.
HELLOWEEN profitieren auch von den guten Begebenheiten wie des druckvollen Klangs und der schönen Light-Show. Beim Feuerzeugteil war die ganze Decke mit kleinen Lichtern stimmungsvoll beleuchtet. Der Abend zeigte, dass man über mehrere Bands hinweg auch in der zuletzt oft gescholtenen Garage einen guten Sound hinbekommt. Ein weiteres witziges Showelement war der Auftritt der Dr.Stein-Garde, welche zum Abschluss aufblasbare Kürbisse von der Bühne warf.

Dabei hätten es die Hamburger gar nicht nötig, die Songs sprechen für sich und ihr Auftreten mit der gesamten Erfahrung sowieso. Immer wieder toll zu sehen wenn die beiden Gitarristen Sascha Gerstner und Michael Weikarth in vorderster Front standen und ihre Harmonieläufe zockten. So gut das Zusammenspiel war, optisch waren da nicht so viele Gemeinsamkeiten. Der Jüngere der beiden sah mit seinem Jäckchen aus als wäre Rock´n´Rolf auf dem Gothic-Trip und der "Weik", nun ja, der ist eben der "Weik" wie er leibt und lebt. Der poste wie gehabt lässig und übertraf in Sachen Mimik sogar noch den zuvor an dieser Position stehenden Schweden im Dienste der Finnen. Da könnte man das ganze Konzert lang zusehen wie er mit seinem Schlafzimmerblick die Augen verrollt. Köstlich, ich finde den geil, wobei er ja ein Problem damit hat, dass dies nicht alle Frauen tun.

In Sachen Setlist können HELLOWEEN aus den Vollen schöpfen, ein paar Überraschungen servieren sie auch immer wieder. Mir persönlich fehlten Lieder aus der Deris-Phase, mit "Master Of The Rings", "The Dark Ride" und "Gambling With The Devil" wurden die drei stärksten Scheiben mit ihm komplett vernachlässigt. Dafür hätte man die Singalong-Parts am Ende ein wenig kürzen können für die drei abschließenden Klassiker brauchte man fast eine halbe Stunde, recht viel bei 95 Minuten Spielzeit. Der Stimmung tat das auch wegen den vielen Späßen von Frontmann Deris keinen Abbruch, das Publikum feierte und ließ sich zu immer höhere Lautstärke treiben. So endete ein durchweg gutklassiger Konzertabend mit ordentlich Partystimmung. (Pfälzer)

Setlist HELLOWEEN:
Are You Metal?
Eagle Fly Free
March Of Time
-Gitarrensolo-
Where The Sinners go
World Of Fantasy
-Drumsolo-
I´m alive
Forever And One
A Handful Of Pain
Keeper-Medley: Keeper Of The Seven Keys/King For A 1000 Years/Helloween
I Want Out
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Future World
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Dr. Stein

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